Reviews zu "Das Leben wird zu Glas" 2005
Bisher dachte ich, die einzige anständige deutsche Metalcoreband seien CALIBAN. Doch neben Größen wie der vorgenannten Band, KILLSWITCH ENGAGE etc. gibt es auch eine deutsche Metalcoreformation, die den Satz "Man spricht Deutsch" auch in ihrer Musik leben.
SAPHENA sind seit 2000 unterwegs. Das Fünferpack aus dem Raum Chemnitz war bis dato unter dem Namen BRAIN[FAQ] unterwegs und brachten auch eine EP namens "Brainstormind" heraus. Auch ein Album unter dem Titel "Nutze die Zeit" machte bereits die Presse auf die deutschsprachige Band aufmerksam. 2000 verkaufte Einheiten und über 100 Konzerte in Deutschland und Europa sind schon einmal ein fetter Maßstab.
Mit "Das leben wird zu Glas" bringen SAPHENA ihren neuen Player auf den Markt. Bereits der Opener "Gefangen" zeigt wo es lang geht. Der Sound macht so ziemlich alles platt was ich in letzter Zeit aus deutschen Landen gehört habe. Der Track walzt mit einem lokomotivähnlichen Rhythmus alles nieder, was sich den starken Gitarren und Drums in den Weg stellt.
Ich hab immer böse Befürchtungen wenn ich mir eine neue Scheibe des Genre anhöre. Die Melodien im Metalcore klingen häufig gleich und wenig innovatives bietet der Band-Markt hier. SAPHENA machen hier wohl einmal eine Ausnahme! Die Texte der Songs sind lyrisch gut geschrieben und vermitteln düstere Stimmung. Tief berührend denkt man hin und wieder noch einmal über die Zeilen der Songs nach.
Schon ziemlich an KILLSWITCH ENGAGE erinnert das Brett "Morgen". Schönes Gitarrenintro und ein ziemlich fetter Drumsound machen den Track zum Dauerbrenner.
Auch die hauseigene Bassistin Silvia bringt sich bei "Wo" unheimlich stark mit ein. Ich stelle immer wieder fest, in Deutschland gibt es viel zu wenige Bassistinnen. Der Sound der Deutsch/Englisch Lehramtsstudentin haut ziemlich auf die Zwölf ... genauso wie der Sound der restlichen SAPHENA-Fraktion.
Die Shouts von Sänger Andreas sind kraftvoll und auch der Gesang kann sich sehen lassen. Die Power gefällt sehr, doch manchmal könnten die Shouts ein wenig flexibler sein und mehr Variationen zeigen.
Vieles ist stimmig in dem Werk von SAPHENA. Gute Texte (die deutsch gesungen werden), sauberer Sound und viele Wiedererkennungsmerkmale machen das Werk unheimlich gut. Auch das Design des Covers sowie das gesamte Booklet machen einen hochwertigen Eindruck. An manchen Sachen muss noch gefeilt werden, bevor es ein 'Top-Werk' wird, aber so schnell legt man die Scheibe nicht mehr aus dem CD-Player.
Hmm, was kann noch besser sein als die Scheibe? SAPHENA live. Ich hoffe die Band wird irgendwann mal hier im Umkreis auftreten. Das seh ich mir sicher an!
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
(by: Manolito Röhr - 07.12.2006)
Saphena are a band that exudes mystery and portrays itself as something cold and clinical, so that the heavy Meshuggah-influenced riffs seem to crush your ribcage, and so that vocalist Andreas' voice seems to become the harsh commands of the calculating doctor performing this inpromptu rearrangement of your most vital organs. On their second album, Saphena (formerly known as Brain[FAQ]) present a vital addition to underground music in Germany by taking modern metal in a new direction, away from the stereotypes we have become accustomed to. 'Das Leben Wird Zu Glas' is an emotional release that is ambitious, dark in tone and has an intense approach. The melodies are heartfelt and cleverly concealed within darker soundscapes. Speaking of soundscapes, as the album progresses it reminds me of a stark, harsh winter through which one advances towards the hope of a new spring at the end. This then is cutting edge metal with industrial undertones, for the intelligent fan. The CD has had a shelf life of one year now clocking up nearly 1,000 sales and seeing the band tour the UK and play dozens of shows in their native Germany. The sound is significantly unique in the hard music scene, and possible influences include bands like Meshuggah, Mastodon and some thrashier elements such as Living Sacrifice. The lyrics are in German (adding to the jagged edge of the musical blade wielded by these German metallers) but key translations in the artwork include such simple, clear rallying cries as 'live for me'. For the intelligent purveyor of metal, it is highly recommended, but is probably not for anyone looking for a quick fix to their metal needs.
Overall- 4/5
Summary- Creative, challenging, different, bleak, dark
Standout Tracks- Gefangen, Sie, Schatten
Label- Whirlwind Records
Release- November 2005
Luke
http://www.forthebattle.co.uk/forum
Brachiale deutschsprachige Musik wird ja gerne mit dem Begriff ´Neue Deutsche Härte´ in Verbindung gebracht und vermutlich würde diese Stilbezeichnung bei SAPHENA ebenfalls Sinn machen, denn auch die Chemnitzer setzen auf die Kraft von wuchtigen, tief gestimmten Gitarren, peitschenden Drums und deutschen Texte, die von einem wütend schnaubenden Sänger vorgetragen werden. Allerdings hat man mit Formationen wie Rammstein oder Oomph! nicht die Bohne zu tun, eher schon erinnert der düstere Dampfwalzen-Sound der Combo an Bands wie Richthofen, Drecksau oder Totenmond. Somit wären die vier Jungs und das Mädel auch in der MetalCore-Schublade nicht gänzlich falsch aufgehoben. Was SAPHENA jedoch von all den genannten Bands unterschiedet, ist ihre christliche Gesinnung, die man offen auslebt. Doch alle Nicht-Christen brauchen sich nicht sorgen, denn Aggressionen haben sich auch bei den Musikern von SAPHENA zuhauf angestaut. Diese wurden freimütig in elf leidenschaftlich nach vorne preschenden Songs kanalisiert, und auch auf allzu offensichtliche Botschaften und Predigten verzichtet man, so dass „Das Leben wird zu Glas“ ganz allgemein für Freunde harter, deutschsprachiger Musik interessant sein sollte. Denn auch produktionstechnisch ist alles im grünen Bereich. Der ein oder andere dürfte die Combo übrigens noch unter ihrem vorherigen Namen Brain[faq] kennen, unter dem man bereits zwei Longplayer veröffentlichte. Zu würdigen ist auch die liebevolle Aufmachung des Booklets samt sehenswertem Cover. Somit zwar nicht die originellste Musik vor dem Herrn, aber das, was SAPHENA machen, machen sie durchaus anständig! (SB)
9 Punkte
SAPHENA firmierten früher unter dem Namen BRAIN[FAQ] und veröffentlichten bisher die EP "Brainstorming" und die selbst produzierte Langrille "Nutze die Zeit". Nun präsentieren sich die Chemitzer mit neuem Namen und Label im Rücken. Musikalisch hat dies der Ausrichtung der Combo keinen Abbruch getan. Immer noch herrscht auf "Das Leben wird zu Glas" heftiger Metal mit deutschen Texten, der am ehesten mit alten SCHWEISSER-Outputs vergleichbar ist. SAPHENA sind jedoch nicht ganz so eingängig wie die reformierte Münchener Band und so braucht "Das Leben wird zu Glas" schon einige Durchläufe um zu zünden. Hat man sich dann aber auf den Sound von SAPHENA eingelassen macht die Mucke richtig Spaß. Es herrscht meist ein düsterer Grundtenor, der von den einerseits brutalen, aber stets verständlichen Vocals unterstrichen wird. Um der Monotonie hingegen zu wirken bauen die Ostdeutschen immer wieder cleane Gesangsabschnitte in die Kompositionen ein und ein gutes Gespür für eingängige Hooklines ist nicht von der Hand zu weisen. Manche Refrains bohren sich bereits nach kurzer Zeit ins Gehirn, wie etwa beim Opener "Gefangen" oder dem kleinen Hit "Die Schlacht".
Instrumental macht man nicht den Fehler nur auf pure Aggression zu setzen, sondern SAPHENA halten die Tracks durch zahlreiche Einflüsse variabel. So kann es schon mal sein, dass der Hörer auf psychedelische, jazzige oder recht rockige Parts trifft.
Textlich baut die Combo, wie schon auf der Eigenproduktion "Nutze die Zeit" auf tiefer gehende Inhalte und macht aus ihrem christlichen Glauben keinen Hehl.
Eine interessante Veröffentlichung von SAPHENA, die in erster Linie SCHWEISSER-Anbeter und Leute, die sich gerne über längere Zeit in ein Album reinhören, antesten sollten.
Musiktherapie wird heuer in vielen Lebensbereichen eingesetzt und die fünf Chemnitzer vollziehen ihre eigene Therapie zum Abbau von Aggression, auch wenn ihr Ursprung fast allein darauf beruht, seine Wut in die Welt zu brüllen. Brutales Riffing, gegrowlter Aggresso-Gesang und brachiale Doom Attacken bestimmen dieses Werk. Keine Atempause wird gemacht, was die Konzentration auf die Texte schwierig macht. Dabei besitzt die Band gerade hier Qualitäten. Anprangern, Spiegel vorhalten, zusammenstauchen beherrscht die wütenden Eskapaden des tiefen Gesanges. Was man heute als Metalcore bezeichnet, lief früher unter dem Banner des Deutschpunk. Einziger Unterschied ist die phasenweise etwas verwaschenere Spielweise der Gitarren. Hinzu kommt natürlich auch, dass man in den Texten auf Parolen verzichtet und teilweise an die Interpretationsfreude des Hörers appelliert. Die Musik ist rau und erklingt voller schräger Aggressivität. Kontrovers dazu unterspielen harmonische Zwischenspiele und mehrstimmiger cleaner Gesang die alles zu vernichten scheinende Explosivität der Musik. (andreas)
Diese Scheibe hat mir ehrlich gesagt gut zu knacken gegeben. Denn was die Nachfolge-Combo von BRAIN[FAQ] hier eingezimmert hat, ist zwar grundsätzlich dem Metalcore zuzuordnen, existiert aber tatsächlich eher abseits von gängigen Schemen.
„SAPHENA fordert heraus“ steht in der Info, und das kann ich vollstens unterschreiben. Zu ihrem an sich metal-lastigen Sound mischt das Quartett noch hackige Neue Deutsche Härte-Riffs und gibt in den Refrains zu den sonst harschen und brutalen Shouts noch cleanen Gesang dazu. Da wären z.B. dann das RAMMSTEIN-lastige, aber mit einem komplexen Drumming versehene „Gefangen“, welches scheinbar schon einen groben Einblick gibt, was einen in den restlichen 52 Min. erwarten könnte. Doch schon bei „Die Schlacht“ kommt man mit SUCH A SURGE-Anleihen daher. Punkige Leadmelodie und Spoken Words, welche darauf hinweisen „Die Schlacht ist schon im Gange“… und auch die weiteren Vocals erinnern beinahe an Raps, wobei die Stimme von Andreas auch hier wieder verdammt brutal klingt. Brutal klingt auch „Feuer“, was als wuchtige Walze beginnt und dabei etwas an OOMPH! in der guten alten Zeit erinnert. Vor allem der Part, in dem der Titel einem immer wieder entgegen geschrieen wird, ist mehr als mächtig ausgefallen.
Und damit ist auch der Sound von SAPHENA beschrieben. Wuchtiger Metalcore mit RAMMSTEIN, OOMPH! und SUCH A SURGE vermischt. Dazu noch fies eindringliche, brutale und im cleanen Bereich sehr tiefgehende Vocals. Apropos Gesang… passend zu der tiefgehenden und drückenden Performance sind auch die Texte alles andere gewöhnlich. Hier werden keine langen Stories erzählt, sondern in kurzen direkten und trotzdem prägnant formulierten Sätzen eine düstere, depressive, wütende und auch verstörende Atmosphäre aufgebaut. Lauscht man den Worten, die einem hier entgegen geschrieen werden, fühlt man sich sofort persönlich angesprochen und denkt darüber nach, was man alles im Leben so angestellt haben könnte, um solche anklagenden Ausrufe zu verdienen.
Ein krasses Album, schwere Songs, harte Texte (oder andersherum, völlig egal, passt auch!) in einem wuchtigen, rauen, aber differenzierten Sound. Das alles macht „Das Leben wird zu Glas“ zu einem Album, dass man gehört haben muss! Ob man damit klar kommt, muss jeder für sich persönlich erfahren.
Fafnir
(10.04.2006)
Okay, Christenrock – Mist! Das waren so meine ersten Gedanken. Hier habe ich einmal mehr den Ansatz gewählt, zuerst die „Hardware“ zu studieren, bevor ich mir das musikalische Gewerk zu Gemüte führe. Ja ich weiß: Das birgt die Gefahr des Vorurteils. Aber das ist okay, da ich ja erst nach dem Hören die Reviews verfasse und von daher schon abwäge. Und eine gewisse unterbewusste Befangenheit spielt immer mit rein, da kann man sagen, was man will. Zur Band bzw. deren CD:
Die Musiker firmierten ehemals unter dem Namen Brain[FAQ], und sind von daher gegebenenfalls schon bekannt. Die CD ist wundervoll aufgemacht und überzeugt durch stimmige Optik und Gestaltung. In der Dankesliste findet man dann natürlich den Schöpfer, was mich persönlich schon irgendwie nervt – aber okay, das ist das Werk der Musiker und von daher künstlerische Freiheit. Ich muss es ja weder lesen noch gut finden. Und in diesem Augenblick sei eines schon erwähnt: Missionarisch kommen Saphena nicht um die Ecke, da steht mehr die Auseinandersetzung mit dem Glaube und die kritische Konfrontation mit Gott als höherem Wesen im Vordergrund. Oder die Formel: Finde selbst, was du gegebenenfalls suchst.
Gesungen wird auf deutsch, und das mal klar und mit reiner Stimme und bisweilen als schreiendes Gekeife. Es wird genauso gebolzt und gebrettert wie massenkompatibel musiziert. Auch hier entdeckt man kontroverse Herangehensweisen und Positionen zu den angerissenen Themen (das Lesen des Booklets lohnt sich!).
Saphena sind textlich poetisch und intellektuell, musikalisch findet man aber vom Bolzen bis zum klaren Zusammenspiel der Beteiligten das gesamte Spektrum. Ein Manko ist aus meiner Sicht allerdings der schwache erste Track, der in die Irre führt. Hier rate ich, die CD mit „Die Schlacht“ zu beginnen, da dieses Stück wirklich interessant ist. Alles in allem eine CD, die wirklich okay ist, mich aber nicht umhaut. Aber der Ansatz zur Auseinandersetzung mit dem Thema Glauben und die dazu gehörige musikalische Umsetzung als Gesamtkonzept ist wirklich gut.
(CD of the month 2/2006)
Saphena sounds like a new name, but this is actually good old Brain:FAQ. They probably got tired of their old name and decided to change it. Saphena is musically the same kind of groovy metalcore. It's very energetic, and yet full of emotion. Though this formation used English lyrics earlier on in their careers, this album is with German texts only. The choruses are translated in English in the booklet. This German approach contributes to the overall dark sound of Das Leben Wird Zu Glas. Compared to the previous album, Nutze Die Zeit, this album is a step forward production wise. Saphena was always good in writing interesting songs and the new album is no exception to the rule. There are mainly the roaring type of vocals on this disc, but occasionally (in choruses) you can hear clean vocals that contrast nicely with the harsh singing. There are so many great moments on this album, too many to mention. Favorite songs: Die Schlacht, Feuer, Niemals and Schatten.
www.artfortheears.freeservers.com 06
SAPHENA ist Energie. Metalcore abseits von gängigen Schemen. Deutsche Texte, Aggression und Gefühl. Musik für den zweiten Blick. Nichts zum Vorbeigehen. SAPHENA fordert heraus." Dreist geklaut aus dem Promo, geb ich zu. Klingt aber doch schon mal interessant. Mal sehen ob "Das Leben wird zu Glas" den Worten gerecht wird.
SAPHENA spielen tatsächlich völlig abseits von gängigen Schemen. Kein Schweden Sound, keine doppelläufigen Gitarren, deutsche Texte. Schon von Beginn an überrollen den Hörer wuchtige Gitarrenwände und eine grölende Stimme, die am ehesten an TOTENMOND erinnert.
Die Songs sind im mittleren Tempo gehalten und meistens auf Groove ausgelegt. Wenn man hier von Metalcore spricht, darf man sich weder KILLSWITCH ENGAGE noch CALIBAN vorstellen. Die Genre-Bezeichnung ist zwar durchaus treffend, aber allein durch die Konzentration auf die deutsche Sprach sondern sich SAPHENA schon von der Masse ab.
Die Songs an sich sind eher komplex ("Morgen") als eingängig und trotzdem schaffen es die Deutschen Jungs und ihre Dame am Bass immer wieder mit cleanem Gesang Melodien zu transportieren, die sich hartnäckig im Ohr festkrallen ("Gefangen").
Die Produktion aus dem Tin Roof Studio in Stuttgart ist richtig gut geworden, sehr wuchtig und vor allem modern und somit sehr passend zu den Songs selbst.
Minuspunkt von "Das Leben wird zu Glas" ist der Gesang. Die Stimme von Sänger Andreas Hermann ist zwar sehr kraftvoll und aggressiv, aber auf weiter Strecke leider etwas eintönig. Ein wohl generelles Problem bei Hardcore beeinflusster Musik. Die cleanen Gesangspassagen hingegen meistert er recht gut ("Wo"), auch wenn Melodien manchmal ein wenig gezwungen klingen ("Keine Antwort").
SAPHENA machen Musik für den zweiten Blick, dem kann man durchaus zustimmen. Und fordern tun sie auch, denn Metalcore mit deutschen Texten hört man auch nicht oft. Streckenweise ist "Das Leben wird zu Glas" etwas anstrengend, aber prinzipiell ein ganz gutes Album mit einem ausbaufähigen Sound. (Bernie)
Bewertung: 6,5 / 10
Auf der Bühne des EoR 06 haben Saphena, die in vergangenen Tagen unter ihrem früheren Namen Brain[Faq] eine EP und eine CD veröffentlichten, so richtig ordentlich abgerockt. Und dasselbe kann man auch über "Das Leben wird zu Glas" behaupten, da Saphena auch hier nichts anbrennen lassen. Unterstützt von einer wahrlich wuchtigen Produktion, die wohl so manchen Lautsprecher aufs äußerste Beanspruchen wird, zelebriert die Chemnitzer Band ihren Metalcore und kann damit durchaus überzeugen. Dabei sticht vor allem die Tatsache hervor, dass durchgehend alle Texte auf Deutsch gehalten sind, was einem somit den emotionalen Zugang merklich erleichtert. Und Emotionen sind es auch, die Saphena mit Songs wie "Gefangen", "Feuer", "Keine Antwort", "Niemals", "Sie" oder auch "Schatten" wecken wollen, was der Band auch gar nicht Mal schlecht gelingt. Zwar bedienen sich Saphena dabei bei Genretypische Zutaten, wie z.B. dem Wechselspiel zwischen aggressivem und klarem Gesang, was aber das Gesamtresultat nicht sonderlich trügt. Denn die Band geht so überzeugend, so gekonnt und mitreißend zu Werke, dass man gut und gerne über einen gewissen Mangel an Innovationen hinwegsehen kann. Wobei die Tatsache, dass die Band größere Fettnäpfchen geschickt umgeht, auch nicht unerwähnt bleiben sollte. Und somit ist "Das Leben wird zu Glas" im Grunde eine sehr gelungene Angelegenheit, die wohl allen Metalcore Fans gefallen könnte.
Wie in meinem letzten oben geschrieben Satz erwähnt, wird dieses Album wohl den Metalcore Fans durchaus gefallen. Und jene sollte sich daher ruhig Mal ein Probehören gönnen, da Saphena definitiv zum besseren dieses Genres gehören.
Nando Rohner – www.sounds2move.de/ / 11.05.2006
Brainfaq is back:
Die Metalcorer sind zurück. Ehemalig BRAIN[FAQ] stehen jetzt mit neuem Namen und zwar Saphena da. Die Band ist gereift und hat ihren Sound weiter entwickelt. Wie gewohnt sind die Texte in deutsch und sprechen eine klare Aussage, die durchaus auch mal zum Nachdenken anregt. Auf 11 Tracks in denen Härte und Melodie sich einen harten Kampf liefern kommt das ganze Potential der Band zum Vorschein. Das wurde auch noch durch eine qualitative hohe Produktion unterstützt, was beim Vorgänger \"Nutze die Zeit\" noch zu vermissen war. Wer auf die Richtung Metalcore steht, sollte sich dieses Album auf jeden Fall zulegen. Auch live ist Saphena ein richtiger Schmaus für die Ohren.
Anspieltipps: Schatten, der Gott
So manche Unke ruft aus dem Wald: "Metalcore ist tot". Wenn dem denn tatsächlich so ist, so entpuppt sich Saphena aus Sachsen und ihr Output "Das Leben wird zu Glas" als das letzte reflexartige Zucken einer ziemlich hübschen Leiche.
Die fünfköpfige Band aus Sachsen (bis zum letzten Jahr firmierten sie noch als BRAIN[FAQ]) liefern mit dieser Scheibe ihr mittlerweile drittes Album ab. Saphena spielen aggressiven Metalcore mit ausgefeilten Melodien und anspruchsvollen Texten. Ihr Können konnten sie u.a. schon auf über 100 Konzerten in Deutschland und Europa, u.a. als Support für 4Lyn oder auf Festivals, u.a. mit Such A Surge unter Beweis stellen. Das neue Album stellt klar: Neue Verpackung, alter Inhalt: Außer dem Namenswechsel hat sich die musikalische Ausrichtung nicht geändert, sondern die Band ist den eigenen Wurzeln treu geblieben. Cleane Vocals in den Refrains, kombiniert mit röhrenden Passagen in den Strophen. Für die Texte sollte man sich etwas Zeit nehmen - da das Album komplett in deutscher Sprache eingesungen wurde kann man den Aussagen der Texte auch problemlos folgen.
Der Sound von Saphena wurde aufgepeppt im Stuttgarter Tin Roof Studio, mit Tobias Kurrle und Daniel Konold an den Reglern, welche dem neuen Album seinen rauen und eigenständigen Sound verpaßten.
Insbesondere die Tracks Morgen, Niemals und auch das fast zehnminützige Blut konnten mich begeistern. "Das Leben wird zu Glass" ist ein würdiger Nachfolger der ersten Alben "Brainstorming" (2001) und "Nutze die Zeit" (2002).
Saphena - sind das die weißen Blutkörperchen im darbenden Körper dieses Genres, welches lange keine echten Highlights mehr hervorgebracht hat? Eine vorsichtige, homöopathische Anwendung dieser Medizin ist übrigens nicht zu empfehlen: Man sollte diesem Album einige Hördurchgänge Zeit einräumen; erst dann entfaltet es seine volle Wirkung. Zu Risiken und Nebenwirkungen usw. usw. (Schwarzer Tau)
»Ein Tropfen Blut ist, was ich will
Das Licht geht an und es wird still
Das Leben wird zu Glas und ich fühl
Ein Tropfen Blut ist genug«
Das ist weder der Drehbuch-Text von »Der Exorzismus der Emily Rose Teil 2«, noch ist es eine Textpassage eines neuen Rammstein-Songs. Vielmehr entstammen diese Zeilen dem Song »Blut« des aktuellen »Saphena«-Albums »Das Leben wird zu Glas«.
Saphena? Wer es noch nicht weiß: »Saphena« hieß bis Mitte des Jahres noch »brain[FAQ]«. Neuer Name, neuer Klang - neues Image?
Kommen wir gleich zu den Lyrics. Der oben zitierte »Vierzeiler« ist nur ein Ausschnitt. Es geht auch weniger blutig zu auf dem Album. Dafür aber hoch philosophisch, fragend, tiefer bohrend und alles andere als »fromm-platt«. Von Anfang an haben es mir die Texte angetan.
Diese lassen Freiraum zum (Nach-) Denken, Interpretieren und Philosophieren. Entweder man stößt sich an ihnen oder geht mit ihnen weiter. Aber endlich einmal Lyrics, die einen nicht kalt lassen können. Bitte mehr davon.
Musikalisch bekommt man einen Mix aus »Rammstein«, »Crematory« und »Demon Hunter« zu hören. Ein interessanter Mix aus trashigen Riffs und Drums, ab und an melodiösere Lines in den Gitarren, dazu eine tiefe Stimme à la Steve Rowe von »Mortification« und immer wieder melodiöse Gesangsparts.
Leider klingt die Produktion an den ein oder anderen Stellen etwas »scheppernd«. Sehr selten aber nur.
Vorsicht: »Dein Leben wird zu Glas« muss man zwei, drei Mal gehört haben um seine Schönheit zu entdecken. Doch dann besteht Suchtgefahr.
Bewertung: 70%
David Brunner 02.01.2006
Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich (zum Glück) nix. Dieser Werbespruch fiel mir spontan ein, als unsere Chemnitzer Freunde von Brainfaq dieses Jahr verlauten ließen, daß sie sich von nun an Saphena nennen würden. Befürchtungen, daß mit dem neuem Namen auch eine Stiländerung folgen würde, bewahrheiteten sich wie bei Twix (OK, da wäre es keine Stil-, sondern eine Geschmacksänderung gewesen) zum Glück nicht. Wie der Vorgänger "Nutze die Zeit" aus dem Jahr 2002 ist auch ihr neues Werk "Das Leben wird zu Glas" vollgepackt mit Aggressionen und Emotionen. Soll heißen, daß auch hier eine mächtige Hardcore/Thrash-Keule ausgepackt wird, aufreibende Riffarbeit und immer wieder große Melodien, gerade auch bei den Gesangslinien, abseits von den gängigen Metalcoreschemata. Wie bei dem Vorgängeralbum fallen mir als Vergleich die inzwischen ja auch schon seit einigen Jährchen aufgelösten Schweisser ein. Dies aber nur als ungefähre Orientierungshilfe. Fest steht, daß Brainfaq, Ups, tschuldigung, Saphena (an den neuen Namen muß ich mich erst noch gewöhnen) mit ihrem neuen Album erneut ein technisch ausgereiftes Metalcorealbum mit guten deutschen Lyrics, die zum Nachdenken und zum Herausfordern einladen, gelungen ist. Für mehr Infos geht auf www.saphena.de und über Bestellungen freut sich ihr Label Whirlwind Records.
