29/08 2006
1. Tag Altenburg - Stansted - Saffron Walden
Mantafahrer im Flugzeug - das ist ryanair. Man fühlt sich besonders sicher weil man die englischen Moderationen des spanischen Luftservice Personals einfach mal überhaupt nicht versteht. Egal - rasant gelandet und ab ins Taxi weil Sonntags kein Bus - wie dekadent. Im idyllischen Saffron Walden haben wir in eine äußerst entspannte 600 Jahre alte Jugendherberge eingecheckt. Tischtennis spielen, spazieren und billige Burger essen - so muss Urlaub sein. Ralph hat die kongeniale Geschäftsidee des Denkmalspitzensammelns - das war dann auch schon der erste Tag. Heute früh real British breakfast - sieht (räusper) seltsam aus aber schmeckt irgendwie geil - erstes Vorurteil widerlegt. Trotzdem Stein im Magen (Bohnen, Speck, Fett, Fett, Fett!!!!!). Jetzt im anglikanischen Garten sitzen und auf die Kollegen warten, die uns abzuholen versprachen. Heut abend steht der erste Gig in Northampton an. Wird Zeit dass wir unsere morschen Knochen aufschütteln.
Soweit wehr entspannt - morgen mehr von der Rentnerreisegruppe auf Betriebsausflug.
2. Tag - Northampton
Der erste Gig steht an und wir gondeln Richtung Norden nach Northampton. Die Kollegen von through solace haben uns abgeholt mit einem sehr beeindruckenden Bus. Ein ungefähr 50 Jahre alter Van mit ca 270 000 Meilen auf dem Tacho (echt jetze) wird zwei Bands die nächste Woche herumtransportien. 14 Leute, ne Menge Gepäck und Trommeln wollen verstaut sein. Der Dachgepäckträger tut seinen Dienst. Im Look einer Karavane bringt uns Busfahrer Richard sicher zum Ziel. Dort sind nicht wahnsinnig viele Leute aber wir treffen die prima Kerle von for the day of redemption. Damit ist das Tourpaket komplett. Der Abend wird ein nettes Konzert unter Freunden. Auftakt gelungen. Die Frage wo wir denn eigentlich schlafen sollten wird dann auch geklärt. Für Geld kriegt man ja schließlich alles. Die Müdigkeit beendet diesen Text relativ abrupt… aber das Bett ist weich und wir haben gelernt das Rock’n’Roll in England fetzt. Da hier die clubs gegen 23 uhr dicht machen gehts zu einer bürger lichen Zeit in die Heia. Auch mal nett. Morgen ab in den Norden… wird eine große Sause geben.
3. Tag - Huddersfield
Dienstag. Zweiter Gig. Wir ahnen nichts böses soweit. Der Promoter schien alles ganz ordentlich vorbereitet zu haben. Als wir allerdings im West Riding ankommen erreicht uns seine Nachricht dass er gerade eben die show gecancelt hat. Wo wohnt der Mann? Sollten wir ihn mal besuchen? Aber der Tag nimmt gleich noch eine interessante Wendung. Es stellt sich heraus, dass Alex, die nette Dame von der Bar, aus Jena kommt. Große Überraschung beiderseits, die Ossis sind überall. Kurzerhand entscheidet sie mit ihrem Cheffe dass wir den Gig trotzdem machen. Flyer selber gemalt, kopiert und dann ausschwärmen und Leute einladen. Be your own streetteam. Wird ein Riesenspass und am Abend gibt’s dann doch einige nette Besucher. Alle drei Bands sind heute schon erheblich lockerer auf der Bühne und vor allem hinterher. Wir haben einen Riesenspass und liefern ein durchaus intensives Konzert ab. Die Leute dankens und sind schnell komplett mit Whirlwind Records Mützen ausgerüstet. Abgefahrenes Gefühl wenn man viele Kilometer von zu Hause die Leute in einer fremden Sprache anbrüllt und singt und die gut drauf abgehen. Huddersfielder sind ma sehr coole Leute. Hinterher gibt’s noch Getränke und Pizza vom Club und die ganze Tourmannschaft performt Lockerungsübungen. Bereits am zweiten Tag sind wir ein sehr cooles Kollektiv. Ein sehr lustiger Abend! Wir verneigen uns vor Alex aus Jena und ihrer formidablen Crew! Ihr habt uns den Abend gerettet und uns eine große Party beschert. Fetzt und wir kommen wieder.
4. Tag - Glasgow
Ab nach Schottland. So siehts aus denn man muss hier schon aufpassen mit Schottland und England und so - sind da empfindlich die Guten. Wir gewöhnen uns langsam dran wie die Sardinen im Bus zu hängen. Schlafen, lesen, Musi und blöde Sachen sagen geht immer. Richard bringt uns sicher nach Glasgow. Der alte Raser macht locker 60 Meilen die Stunde im Schnitt. Der Bus sieht aus, als müssten auf dem Dach noch Schafe mitfahren - kann man hier in der Gegend ja einige finden…
In Glasgow geht’s ins 13th note Cafe welches eine nette kleine und sehr warme Location im Keller hat. Dave, der Promoter (sehr cooler Jung) hat sich gut reingehängt und nach einem kleinen Stadtbummel geht’s auch schon los. Die Kollegen hauen wie gewohnt einiges kaputt und ein paar harte hardcore Tänzer tun ihr übriges. Schottischer Akzent ist echt hart zu verstehen…
Bei unserem Gig gibt’s einige Problemchen. Andi springt Rob erst volle Kanne ins Zentrum so daß der erstmal seine Gitarre samt Kabel wieder zusammenbauen muss. Ja ja die Emotion. Um das Ganze noch abzurunden haut sich Andi an der Monitorbox (die steht auf dem Boden!!!) ein tierisches Horn. Sieht böse aus aber wird nicht blau. Jo danach hauen wir uns alle zusammen (20 Leute) in Dave’s heimeliges Ein Zimmer Appartement. Effizienz zahlt sich aus. Der Hoth findet auch hier wieder irgendwo Internet im Äther und wir freuen uns an mitgebrachten Leckereien. Die Gang wächst zunehmend zusammen sodas wir immer mehr zum 3 Band Rock’n’Roll Kommado werden. Community!
Nächsten Morgen geht’s nach Newcastle wobei noch nicht ganz sicher ist ob und was dort geht. Bilder von heute werden nachgeliefert aber es ist spät und die anderen schon im Pub. Also bitte ich das zu entschuldigen. Ma schaun ob wir morgen wieder bei Bill Gates reingelassen werden… dann mehr von der Insel des Rock Urlaubs.
5. Tag - Newcastle
Wiedermal eine lange und enge Busfahrt. Man kommt sich zwar näher, der Geruch nimmt zu und ausser essen, einsteigen, aussteigen geht nicht viel. Kamman sich dran gewöhnen. Auch in Newcastle erhärtet sich die folgende Rege l: Never trust a promoter. Ausser you can trust them. Jedenfalls hat uns der Kollege erzählt dass er uns doch nicht in den Club reinbringen kann weil die nich wollen. Ok. Geübt im Selbstmarketing fahrn wir einfach mal hin und schaun was geht. Die Leutz im “Dog and Parrot” sind ganz locker und meinen- klar könnt ihr spielen. Geht los! Warum der Kerl meinte da geht nichts bleibt ein Rätsel. Den rest spar ich mir an der Stelle…
Flyer sind wiedermal schnell selbst gemacht und ab auf Werbetour. Es stellt sich heraus dass doch noch zwei junge Bands aus Newcastle auch gebucht wurden. Nu Ja wir beschliessen alle sehr kurz und dafür lautzu spielen. Nich schlecht. Ein paar junge Musikinteressierte machen sich dann auch auf uns zu besuchen und stellen sich als 1a Party Crew heraus. For tue day of redemption produzieren den ersten cricle pißt der tour mit 15 Leuten in einem Wohnzimmer - sehr cool. Wir sind danach dran weil Luke von through solare noch ne Weile auf dem Klo braucht. Soller kriegen. Wir böllern also 6 Lieder in den Raum. Die Leute gehen fein drauf ab und wir haben einen Riesenspass. Sehr gemütlich. Der Abend gehört bisher zu den schönsten. Ich meine wir haben uns unser Dosenbier auf dem Fussweg hinterher verdient. Ebenso die sehr luxuriöse (vergleichsweise) Travelodge. Weiches Bett und Dusche. Wiedermal. Wir leben über unsere Verhältnisse aber was solls.
Newcastle bleibt uns in angenehmer Erinnerung und die leichten Schwierigkeiten vom Vortag sind direkt vergessen. Vor allem wenn man bedenkt dass der Gig am vormittag eigentlich abgesagt wurde. So siehts aus - es überrascht uns so einiges hier im Land der linken Fahrer.
Wo den Fied sein Voot sein Kolleeesch n Grolsch nei n Da bissn hoht! -Von weidenden Lachsen und gefährlichen Ballustern-
(Eine kleine Geschichte über allerlei Nebenschauplätze und Fantasiewelten auf dem Weg durch das Königinnenreich der grünen Wiesen)
Da sich Busfahrten im Land der dangerous Grolsche als nicht ganz ungefährlich erweisen, gibt es neben Metallerner Musik noch einige Abenteuer der reisenden Kapelle zu berichten. Auf dem Weg von Nordschinken nach Glaskugel begegneten wir auf einer verlassenen Wiese in einem stinkenden Tümpel einer gar niedlichen Spezies: der britische Feldlachs. Behuft mit ehernem Schuhwerk macht sich der Lachs des Nachts auf den Weg aus dem Wasser auf die Weiden um das frische Gras oder auch das ein oder andere Schaf abzuweiden. Gerade in der Brutzeit sollte man ihnen nicht zu nahe kommen, denn der nächtliche Mensch sieht einem Balluster, der einzig und allein der Lachsbekämpfung dient und daher ein nicht ganz ungespanntes Verhältnis auch und gerade zum britischen Feldlachs unterhält. Kurz: Dem Fied sein Voot sein Kolleesch bzw. der Da seine Frah Morphen in ungünstigen Lichtverhältnissen zu Ballustergleichen Siluetten was wiederum ganze Ausrottungsfeldzüge der Lachsbefreiungsarmee unabhängiges England nach sich zieht oder könnte wenn. Das sollte man nicht zu lachs nehmen. Kommt dann noch der von Natur aus aggroorientierte Grolsch ins Gemetzel um die besten Fleischtöpfe sollte man sich besser auf hohe Türme, schnelle Autos oder scheisse aussehende Fahrräder flüchten. Wie jeder weiss können weder Lachse noch Grolsche Fahrrad fahren. Trotz Hufe. Oder gerade deshalb nicht. Die Lachsforschung ist sich entzwei über diesen Sachverhalt. Grolschforschung wurde gerade eben von uns ins Leben gerufen und bleibt deshalb geheim. Top Scotland sozusagen. Jedoch kann eine Lachsweidensafari auch wenn man denn. Behelmt und beschürzt mit bleiherner Robe geht’s raus in die Wildnis. Als Wildführer eignet sich der goldene Schmitt formidabel. Erstens ist der als einzig zugelassener Lachsbehufer mit den Tieren einigermaßen vertraut und zweitens gelingt dem eh immer alles. Als denn Waidlachs hail und viel Spass beim Denkmalspitzensammeln.
Und jetzt der nächste informative Tourtagebuch Eintrag...
Nach Hause
Wer den vorherigen Eintrag nicht verstanden hat – Glück gehabt! Nun zum Schluß der Tour…
Es ist 2 Uhr 41. Aber noch lange nicht Schluß. Wir sitzen hier im Bus auf dem Weg zum Flughafen. Richard, der gerade eben Geburtstag hat, fährt uns sicher über die englischen Autobahnen. Ich könnte mir feinere Sachen vorstellen als an meinem Geburtstag 7 stinkende Dummlaberer durch die Nacht zu gondeln und das in deinem Bus der diesen Namen nicht verdient. Aber wir haben alle Spass zusammen und schlafen können wir zu Hause.
Ein paar Stundne zurück. Heute abend waren wir in Süd Wales - genauer in Neath oder noch genauer in deiner sehr kleinen Stadt nebenan. Der letzte Gig unserer Tour sollte eigentlich Open Air sein, was sich dann wegen üblichem Inselwetter nach innen verschieben ließ. Sehr gut. Vorher noch fein Rugby und nebenan Fussball geschaut. (Wie kann der Schiri einfach abpfeifen wenn in der 90 im Strafraum einer umgelegt wird? Unglaublich.)
Zum Abend: Mit uns allen waren 8 Bands am Start was noch einmal einen netten Abend versprach. Allerdings waren recht wenige Leute dem Ruf gefolgt. Ok bei dem Wetter würde ich auch nicht zu einem Open Air gehen. Wie auch immer fort he day of redemption, through solace und wir haben noch mal alles kaputt gemacht was ging und einen lustigen letzten Abend verlegt. Es gab auch noch den größten Burger den ich je gesehen habe und Haufenweise Gummibärchen. Nette Leute haben wir auch noch kennengelernt und uns dann langsam ans verabschieden gemacht. Man muss irgendwie immer gehen wenn man sich grade mal richtig kennengelernt hat. Dank auch an Steve der uns hier nach Neath eingeladen hat und immer wieder ein angenehmer Mensch zum treffen ist (wir haben uns vorher schon immer mal gesehen)
Wieder im Bus – die Fahrt wird immer länger und alle kämpfen mit dem Schlaf – eigentlich nur Richard und ich. Er weil er fahren muss und ich weil ich aufpasse dass er dabei nich einschläft. Auf der letzten Bank liegt noch Max aus Wales der sich bereiterklärt mit zu fahren um Richard bei der Heimfahrt beizustehen. Ehrenwert.
Am Flughafen müssen wir uns auch noch vom guten Rich verabschieden. Letztes Kleingeld für ein 4 Euro Sandwich ausgegeben. Beim Check In noch Spass mit zu großen Taschen gehabt. Im Flugzeug diesmal nette Flugbegleiter. Feinfein und dann auch schon zu Hause gelandet. Martin hat sich gleich mal entschieden auf der linken Spur nach Hause zu fahren – bis zum ersten Gegenverkehr :-)
Das wars dann nun. Ein großartiger Urlaub ist zu Ende. Wir danken besonders den Jungs von through solace fürs einladen (da geht mal noch einiges bei den Jungs) bei fort he day of redemption (eine sehr passionierte Kombo voll von großartigen Leuten, Richard (much more than just a driver), und allen die uns in ihrem Club beherbergt haben und die shows besucht haben. Außerdem gilt es dem wackeren Philipp zu danken der Silvia auf dieser Tour am Bass vertreten hat. Feine Sache, feiner Kerl.
Es war abgefahrn in England offensichtlich sehr gut angenommen zu werden und sich auf der Bühne zu Hause zu fühlen wie überall.
In den nächsten Tagen werden wir noch eine große Fotoseite anlegen und videos sind auch in Arbeit. Bis dahin – hau Rein Queen – hat gefetzt bei dir dorhehme.




























































